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Was ist informationelle Selbstbestimmung?

Kategorie: Ethik, Sicherheit und Vertrauen
Glossareintrag zum Thema: Informationelle Selbstbestimmung

Informationelle Selbstbestimmung bezeichnet das Recht einer Person, selbst zu entscheiden, wem sie welche Informationen über sich zugänglich macht. Dieses Recht ist ein fundamentaler Bestandteil des deutschen Datenschutzrechts und soll sicherstellen, dass Individuen die Kontrolle über ihre persönlichen Daten behalten. Die Idee der informationellen Selbstbestimmung geht auf das 1970 veröffentlichte Urteil des Bundesverfassungsgerichts zurück, das Privacy als Menschenrecht anerkannte.

In der heutigen digitalen Welt gewinnt das Konzept der informationellen Selbstbestimmung zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. Hierbei spielt der Schutz personenbezogener Daten eine tragende Rolle, da Algorithmen mithilfe dieser Daten Entscheidungen treffen und Handlungen ausführen. Die Informationelle Selbstbestimmung findet daher Anwendung in Bereichen wie Datenschutz, Informationsfreiheit, und dem Recht auf Privatsphäre.

Synonyme oder verwandte Begriffe für informationelle Selbstbestimmung sind Datensouveränität und Datenschutz. Während Datenschutz sich in erster Linie auf den Schutz von persönlichen Daten vor unautorisiertem Zugriff fokussiert, bezeichnet informationelle Selbstbestimmung das Recht des Individuums, über die Verwendung seiner Daten zu bestimmen.

Abkürzungen oder Akronyme sind nicht üblich, da informationelle Selbstbestimmung meist in ausgeschriebener Form verwendet wird. In Bezug auf Künstliche Intelligenz ist es wichtig zu beachten, dass die informationelle Selbstbestimmung als Grundrecht die Entwicklung und Anwendung von AI-Technologien stark beeinflusst. Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln, müssen sicherstellen, dass die Prinzipien der informationellen Selbstbestimmung respektiert werden, um die Privatsphäre und Datenrechte der Nutzer zu wahren.

Insgesamt ist die informationelle Selbstbestimmung ein essenzieller Bestandteil des Datenschutzrechts und spielt eine bedeutende Rolle in der digitalen Gesellschaft. Sie dient dazu, die Privatsphäre und Autonomie der Individuen zu schützen und trägt maßgeblich dazu bei, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen technologischem Fortschritt und persönlichen Freiheitsrechten zu gewährleisten.